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Career4. April 202611 Min. Lesezeit

Was ist Automatisierungstechnik? Ein Überblick für Einsteiger

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Was ist Automatisierungstechnik? Ein Überblick für Einsteiger
By ED WARTENS Deutschland

<h2>Automatisierungstechnik, einfach erklärt</h2> <p>Automatisierungstechnik bedeutet, Abläufe in Fertigung und Verfahrenstechnik so zu gestalten, dass sie ohne ständiges Eingreifen von Menschen laufen. Statt dass jemand Maschinen von Hand bedient, Knöpfe drückt und Anzeigen abliest, übernehmen Steuerungen, Sensoren und Software diese Aufgaben, schneller, gleichmäßiger und sicherer.</p> <p>Man sieht sie in Bildern von Roboterzellen im Karosseriebau oder an Abfüllanlagen. Sie steckt aber auch dort, wo man sie nicht vermutet: Wenn sauberes Wasser aus dem Hahn kommt, hat eine Steuerung im Wasserwerk dafür gesorgt. Bei jedem Medikament hat Automatisierungstechnik den Herstellprozess in engen Grenzen gehalten.</p>

<h2>Die wichtigsten Techniken</h2>

<h3>Speicherprogrammierbare Steuerungen</h3> <p>Die SPS ist ein Industrierechner, der Maschinen und Prozesse führt. Sie ist die zentrale Technik des Fachgebiets. Sie liest Eingänge von Sensoren, bearbeitet das hinterlegte Programm und schaltet Ausgänge zu Motoren, Ventilen und Meldeleuchten. Eine SPS programmieren zu können ist die wichtigste Einzelqualifikation für den Einstieg.</p>

<h3>Bedien- und Beobachtungsgeräte</h3> <p>HMI-Panels sind die Bildschirme, über die das Bedienpersonal die Anlage führt. Sie zeigen Zustände und Messwerte und erlauben es, Abläufe zu starten, Werte zu ändern und auf Meldungen zu reagieren. Diese Bilder zu gestalten gehört zur täglichen Arbeit.</p>

<h3>Leitsysteme</h3> <p>Während ein HMI eine Maschine abbildet, führt das Leitsystem die ganze Anlage oder mehrere Standorte zusammen. Es sammelt Daten aus vielen Steuerungen, archiviert sie, verwaltet Meldungen und erzeugt Auswertungen.</p>

<h3>Industrieroboter</h3> <p>Roboter übernehmen gleichförmige oder gefährliche Arbeiten: Schweißen, Lackieren, Palettieren, Montieren. Fachkräfte programmieren sie und binden sie sicher in die Anlage ein.</p>

<h3>Sensorik und Messtechnik</h3> <p>Sensoren sind die Sinne der Anlage. Sie erfassen Temperatur, Druck, Position, Geschwindigkeit, Gewicht, Farbe und vieles mehr. Die passende Bauart auszuwählen und richtig zu parametrieren gehört zum Handwerk.</p>

<h3>Industrielle Netzwerke</h3> <p>All das muss miteinander sprechen. PROFINET, EtherNet/IP und Modbus übertragen die Daten zwischen Steuerungen, Sensoren, Robotern und Leitsystemen. Netzwerkkenntnisse werden zunehmend vorausgesetzt.</p>

<h2>Wo überall automatisiert wird</h2> <ul> <li><strong>Maschinen- und Fahrzeugbau:</strong> das Rückgrat der deutschen Industrie</li> <li><strong>Lebensmittelproduktion:</strong> Verarbeitung, Abfüllung, Verpackung, Kühlkette</li> <li><strong>Pharma und Chemie:</strong> Herstellung, Verpackung, Qualitätssicherung, Serialisierung</li> <li><strong>Wasserwirtschaft:</strong> Wasserwerke, Pumpwerke, Kläranlagen</li> <li><strong>Energieversorgung:</strong> Erzeugung, Windparks, Netzführung</li> <li><strong>Logistik:</strong> Lagerautomatisierung, Fördertechnik, Sortieranlagen</li> <li><strong>Gebäudetechnik:</strong> Lüftung, Beleuchtung, Sicherheitstechnik</li> </ul> <p>Diese Breite bedeutet, dass Sie praktisch in jeder Branche arbeiten und im Lauf des Berufslebens wechseln können.</p>

<h2>Wie der Arbeitsalltag aussieht</h2> <p>Je nach Stelle unterschiedlich. Eine typische Woche bei einem Systemintegrator könnte so aussehen:</p>

<h3>Montag, im Büro</h3> <p>Pflichtenheft für eine neue Verpackungslinie durchgehen. Steuerungsprogramm für die Fördertechnik schreiben und in der Simulation prüfen.</p>

<h3>Dienstag, im Büro</h3> <p>Bedienbilder für dasselbe Projekt gestalten. Besprechung mit Projektleitung und Kunde. Terminplan nachführen.</p>

<h3>Mittwoch, beim Kunden</h3> <p>Inbetriebnahme einer Steuerung im Wasserwerk. Programm aufspielen, jeden E/A-Punkt einzeln prüfen, mit der Elektrofachkraft eine Abweichung in der Verdrahtung klären.</p>

<h3>Donnerstag, beim Kunden</h3> <p>Weiter in Betrieb nehmen. Erstmals im Automatikbetrieb fahren. Regelkreis der Dosierung einstellen. Bedienpersonal einweisen.</p>

<h3>Freitag, im Büro</h3> <p>Inbetriebnahmebericht schreiben. Code einer Kollegin durchsehen. An einer Online-Schulung teilnehmen.</p>

<p>Bemerkenswert daran: Der Beruf ist nicht Bildschirmarbeit allein. Reisetätigkeit und gelegentliche Einsätze außerhalb der Regelarbeitszeit gehören dazu, besonders bei Inbetriebnahmen.</p>

<h2>Berufliche Wege</h2> <ul> <li><strong>Einstieg:</strong> mitarbeiten, einarbeiten, Grundlagen festigen</li> <li><strong>Automatisierungstechnikerin oder -techniker:</strong> eigenständig programmieren, in Betrieb nehmen, Störungen beheben</li> <li><strong>Erfahrene Fachkraft:</strong> Projekte führen, Berufseinsteiger anleiten, technische Entscheidungen treffen</li> <li><strong>Fachliche Leitung:</strong> Standards setzen, komplexe Vorhaben verantworten</li> <li><strong>Führungsaufgaben:</strong> Team- und Bereichsleitung</li> </ul> <p>Alternativ die fachliche Vertiefung, etwa in Leitsystemen, Sicherheitstechnik oder Robotik, oder der Weg in die Selbstständigkeit.</p>

<h2>Was man verdient</h2> <p>Anhaltswerte für das Bruttojahresgehalt in Deutschland:</p> <ul> <li><strong>Berufseinstieg:</strong> etwa 46.000 bis 52.000 Euro</li> <li><strong>drei bis fünf Jahre Erfahrung:</strong> etwa 55.000 bis 68.000 Euro</li> <li><strong>fünf bis zehn Jahre:</strong> etwa 65.000 bis 80.000 Euro</li> <li><strong>fachliche Leitung:</strong> darüber</li> </ul> <p>Die Spannen hängen stark von Region, Branche, Betriebsgröße und Tarifbindung ab. In Bayern und Baden-Württemberg sowie in der Chemie liegen sie über dem Bundesschnitt, in strukturschwächeren Regionen darunter.</p>

<h2>Passt das zu Ihnen?</h2> <p>Wahrscheinlich ja, wenn Sie:</p> <ul> <li>gern logische Probleme lösen</li> <li>es reizvoll finden, mit Code etwas Reales zu bewegen</li> <li>Abwechslung wollen und nicht nur am Schreibtisch sitzen möchten</li> <li>mit Reisetätigkeit und gelegentlichen Einsätzen außerhalb der üblichen Zeiten zurechtkommen</li> <li>einen Beruf mit verlässlicher Nachfrage suchen</li> <li>wissen wollen, wie Dinge hergestellt werden</li> </ul> <p>Wenn das passt, ist der nächste Schritt eine strukturierte Schulung, die Theorie, Praxis an echter Hardware und Unterstützung bei der Bewerbung verbindet.</p> <p><a href="/courses/professional">Zu unseren Kursen</a> oder <a href="/contact">sprechen Sie uns an</a>, wenn Sie Ihre Ausgangslage in Ruhe besprechen möchten.</p>

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