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Career15. März 20269 Min. Lesezeit

VR in der Automatisierungsschulung: Nutzen und Grenzen

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VR in der Automatisierungsschulung: Nutzen und Grenzen
By ED WARTENS Deutschland

<h2>Das Grundproblem der Automatisierungsschulung</h2> <p>Automatisierungstechnik lernt man nicht am Papier. Man braucht Hardware unter den Fingern. Genau die ist teuer, in begrenzter Zahl vorhanden und im Umgang nicht ungefährlich. Viele Schulungen lösen das, indem sie die Praxis kürzen oder eine kleine Zahl von Übungsplätzen auf viele Teilnehmende verteilen.</p> <p>Virtuelle Umgebungen entschärfen diesen Zielkonflikt.</p>

<h2>Wie das in der Praxis aussieht</h2>

<h3>Virtuelle Schaltschränke</h3> <p>Teilnehmende stehen vor einem Schrank in Originalgröße und bedienen ihn mit den Händen: schalten, verdrahten, messen und die Wirkung unmittelbar beobachten. Die Bauteile sind realer Hardware nachempfunden.</p>

<h3>Virtuelle Anlagen</h3> <p>Umgebungen wie Factory IO bilden Förderstrecken, Sortieranlagen, Roboterzellen, Behälter und Verfahrensschritte ab. Programmiert wird dabei eine echte oder simulierte Steuerung. Der Zusammenhang zwischen dem geschriebenen Programm und dem Verhalten der Anlage wird unmittelbar sichtbar, und genau dieser Zusammenhang ist das, was am Anfang am schwersten fällt.</p>

<h3>Eingebaute Störungen</h3> <p>Fehler lassen sich gezielt einbauen: unterbrochene Leitungen, ausgefallene Sensoren, gestörte Kommunikation, blockierte Mechanik. Teilnehmende grenzen die Ursache mit derselben Systematik ein, die sie später an der Anlage brauchen. In einer realen Übungsanlage wäre das mit erheblichem Aufwand verbunden.</p>

<h3>Sicherheitsunterweisung</h3> <p>Freischalten und Sichern gegen Wiedereinschalten, Arbeiten in engen Räumen, Verhalten im Notfall: Das lässt sich gefahrlos üben, bevor es an der realen Anlage zählt.</p>

<h2>Was das gegenüber der reinen Präsenzübung bringt</h2>

<h3>Gefahrlosigkeit</h3> <p>Fehler dürfen passieren. In einer realen Übungsanlage hemmt die Sorge, teure Technik zu beschädigen, den Lernprozess spürbar.</p>

<h3>Wiederholbarkeit</h3> <p>Ein Szenario ist sofort zurückgesetzt und beliebig oft wiederholbar. In der realen Anlage kostet jedes Zurücksetzen Zeit.</p>

<h3>Erreichbarkeit</h3> <p>Die Übung lässt sich ortsunabhängig durchführen. Für Online- und gemischte Kursformate ist das der entscheidende Punkt.</p>

<h3>Anzahl der Übungsplätze</h3> <p>Ein realer Übungsraum trägt eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen. Virtuell hat jede Person ihren eigenen vollständigen Aufbau.</p>

<h3>Vielfalt der Szenarien</h3> <p>Wasserwerk, Fahrzeugfertigung, Reinraum, Prozessanlage: In der Simulation ist der Wechsel eine Frage der Auswahl, in der Realität eine Frage der Investition.</p>

<h2>Wo die Grenzen liegen</h2> <p>Und hier gehört Ehrlichkeit dazu: Eine Simulation ersetzt die reale Hardware nicht vollständig. Verdrahtung mit realen Querschnitten, Signalpegel messen, ein Schirmungsproblem finden, der Umgang mit einer Klemme, die nicht richtig sitzt: Das lernt man nur an echter Technik. Auch das Verhalten realer Sensorik unter Verschmutzung oder Fremdlicht bildet keine Simulation vollständig ab.</p> <p>Sinnvoll ist deshalb die Kombination: Simulation für Logik, Abläufe und Fehlersuche in der Breite, reale Hardware für alles, was man in den Händen gehabt haben muss. Wer eine reine VR-Schulung verkauft, verspricht zu viel.</p>

<h2>Gebräuchliche Werkzeuge</h2>

<h3>Factory IO</h3> <p>Anlagensimulation, die sich unmittelbar mit realen Steuerungen und mit PLCSIM verbinden lässt. Mitgelieferte Szenarien und ein Baukasten für eigene Aufbauten. In der Schulung faktisch der Standard.</p>

<h3>VR-Brillen</h3> <p>Autarke Geräte ohne angeschlossenen Rechner, mit brauchbarer Handerkennung, sind für die Schulung ausreichend und handhabbar.</p>

<h2>Wohin die Entwicklung geht</h2> <ul> <li><strong>Erweiterte Realität:</strong> Einblendung von Informationen in das Sichtfeld an der realen Anlage, etwa zur Führung bei Instandhaltungsarbeiten</li> <li><strong>Angepasster Schwierigkeitsgrad:</strong> Umgebungen, die sich am Fortschritt der lernenden Person ausrichten</li> <li><strong>Haptische Rückmeldung:</strong> Geräte, die Widerstand spürbar machen</li> <li><strong>Gemeinsame Umgebungen:</strong> mehrere Teilnehmende und Trainer im selben virtuellen Raum, von unterschiedlichen Orten aus</li> <li><strong>Anbindung an digitale Zwillinge:</strong> Übung an einer Umgebung, die den Zustand einer realen Anlage abbildet</li> </ul>

<h2>Worauf Sie bei der Kurswahl achten sollten</h2> <p>Achten Sie darauf, dass Simulation und reale Hardware kombiniert werden. Diese Mischung bringt die belastbarste Vorbereitung.</p> <p>ED WARTENS Deutschland setzt Anlagensimulation ergänzend ein, arbeitet in den Präsenztagen aber durchgehend an echten Siemens-Steuerungen. <a href="/courses/professional">Zu den Kursen</a> oder <a href="/contact">sprechen Sie uns an</a>.</p>

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