Energie ist für deutsche Produktionsbetriebe ein erheblicher Kostenblock, und die Anforderungen an die Senkung von Emissionen kommen hinzu. Lernende Verfahren erschließen dabei Einsparungen, die mit festen Regeln und Zeitplänen nicht erreichbar sind.
Warum feste Regeln nicht ausreichen
Klassisches Energiemanagement arbeitet mit Zeitplänen, manuellen Eingriffen und einfachen Schwellwerten. Damit lassen sich die offensichtlichen Verschwendungen abstellen. Die komplexen Zusammenhänge zwischen Produktionsprogramm, Umgebungsbedingungen und Verbrauch bleiben dabei jedoch unberücksichtigt.
Wo sich Einsparungen finden
Prozessparameter
Modelle bilden den Zusammenhang zwischen Prozessparametern und Energieeinsatz ab und ermitteln die Einstellung, die bei gleichbleibender Qualität am wenigsten Energie verbraucht. Bei Wärmebehandlung, Trocknung und Umformung sind spürbare Einsparungen erreichbar.
Lüftung und Klimatisierung
Diese Systeme verbrauchen viel. Ein Modell, das Wetterprognose, Produktionsplan, Belegung und das thermische Verhalten des Gebäudes einbezieht, führt sie deutlich wirtschaftlicher als eine reine Temperaturregelung.
Druckluft
Druckluft ist die teuerste Energieform im Betrieb. Auswertung der Bedarfsverläufe, akustische Leckageerkennung und bedarfsgerechte Kompressorsteuerung senken die Kosten erheblich. Leckagen sind dabei fast immer der größte und am schnellsten hebbare Posten.
Lastverschiebung
Verbräuche vorhersehen und flexible Lasten in Zeiten günstigerer Bezugskosten verlagern. Das senkt sowohl die Arbeits- als auch die Leistungskosten.
Wie ein Aufbau aussieht
Messen
Zähler an den wesentlichen Verbrauchern. Ohne diese Auflösung fehlt die Grundlage für jede Optimierung.
Daten zusammenführen
Energiedaten gemeinsam mit Produktionsdaten, Wetterdaten und Bezugskonditionen in einer Zeitreihendatenbank ablegen. Erst im Zusammenhang werden die Verbräuche deutbar.
Modelle bilden
Modelle entwickeln, die den Verbrauch für verschiedene Betriebszustände vorhersagen, und daraus die günstigste zulässige Fahrweise ableiten.
Umsetzen
Die ermittelten Sollwerte über Gebäudeleittechnik, Leitsystem und Steuerung umsetzen. Zunächst beratend, später, wenn sich die Modelle bewährt haben, selbsttätig.
Woran sich der Erfolg messen lässt
Kennzahlen
Verbrauch bezogen auf die Produktionsmenge, etwa Kilowattstunden je Stück oder je Tonne. Nur diese Bezugsgröße zeigt echte Verbesserung; ein gesunkener Gesamtverbrauch bei gesunkener Produktion sagt nichts aus.
Emissionen
Die Einsparung über die einschlägigen Emissionsfaktoren in vermiedene Emissionen umrechnen. Das trägt zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bei.
Wirtschaftlichkeit
Arbeits- und Leistungskosten gemeinsam betrachten und den Aufwand für Einführung und Betrieb gegenrechnen.
Einstieg
Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme, um die größten Verbraucher zu finden. Rüsten Sie diese mit Zählern aus und erfassen Sie einen belastbaren Ausgangszustand. Ohne diesen Ausgangswert lässt sich später keine Verbesserung nachweisen.
Die Digitalisierungsprogramme von ED WARTENS Deutschland behandeln die Energieoptimierung mit lernenden Verfahren als praktischen Baustein.
