Sensoren sind die Grundlage jeder Automatisierung. Sie liefern die Signale, auf denen die Steuerung ihre Entscheidungen trifft. Die passende Bauart auszuwählen setzt voraus, dass man die verfügbaren Messprinzipien und ihre jeweiligen Grenzen kennt.
Näherungsschalter
Näherungsschalter erkennen Objekte berührungslos und sind die am häufigsten eingesetzten Sensoren in der Fertigungsautomatisierung.
Induktive Näherungsschalter:
- erkennen ausschließlich metallische Objekte
- Schaltabstand typischerweise 2 bis 30 mm
- sehr zuverlässig, keine beweglichen Teile
- geeignet für Positionsabfrage, Zählen und Endlagenerkennung
Kapazitive Näherungsschalter:
- erkennen metallische und nichtmetallische Objekte, auch Flüssigkeiten, Schüttgut und Kunststoffe
- brauchbar zur Füllstandserkennung durch nichtmetallische Behälterwände
- in staubiger Umgebung weniger robust als induktive Ausführungen
Optische Sensoren:
- arbeiten mit sichtbarem oder infrarotem Licht
- als Einweg-, Reflexions- und Tasterausführung erhältlich
- deutlich größere Reichweiten, bis in den Meterbereich
- Sonderausführungen erkennen auch transparente Objekte
Temperaturmessung
In der Verfahrenstechnik die wichtigste Messgröße:
- Thermoelemente: großer Messbereich von etwa minus 200 bis 1800 Grad Celsius, robust, günstig. Die Typen J, K und T sind industriell am verbreitetsten
- Widerstandsthermometer: genauer und langzeitstabiler als Thermoelemente. PT100 und PT1000 sind der Standard
- Infrarotmessung: berührungslos, für bewegte Teile oder unzugängliche Bereiche
Druckmessung
Druckmessumformer wandeln den Druck in ein elektrisches Signal:
- Relativdruck: bezogen auf den Umgebungsdruck
- Absolutdruck: bezogen auf das Vakuum
- Differenzdruck: Druckunterschied zwischen zwei Punkten, verbreitet auch zur Durchflussmessung
Durchflussmessung
- Magnetisch-induktiv: für leitfähige Flüssigkeiten, ohne bewegte Teile, wartungsarm
- Coriolis: höchste Genauigkeit, misst den Massenstrom unmittelbar
- Ultraschall: auch als Clamp-on-Ausführung von außen an der Rohrleitung
- Wirbelfrequenz: bewährt bei Dampf und Gasen
Worauf es bei der Auswahl ankommt
- Umgebungsbedingungen: Temperatur, Feuchte, Staub, chemische Belastung
- Genauigkeit: Wiederholgenauigkeit, Auflösung und Gesamtfehler
- Schnittstelle: 4 bis 20 mA, 0 bis 10 V oder digital über IO-Link und PROFINET
- Schutzart: IP65 für den allgemeinen Industrieeinsatz, IP67 oder IP69K bei Reinigung mit Hochdruck
- Zulassungen: ATEX beziehungsweise IECEx in explosionsgefährdeten Bereichen, SIL-Einstufung bei sicherheitsgerichteten Anwendungen
In den Kursen von ED WARTENS Deutschland wählen Sie Sensoren für konkrete Aufgaben aus, parametrieren sie und binden sie an die Steuerung an, durchgehend an echter Hardware.
