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Career18. Januar 20269 Min. Lesezeit

Fachkräftemangel in der Automatisierungstechnik: Ursachen und Chancen

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Fachkräftemangel in der Automatisierungstechnik: Ursachen und Chancen
By ED WARTENS Deutschland

<h2>Wie groß der Engpass ist</h2> <p>Industrie 4.0 verändert die Fertigung durch das Zusammenwachsen von Automatisierung, Datenverarbeitung und Vernetzung. Der Engpass liegt allerdings nicht in der Technik, sondern beim Personal.</p> <p>In Deutschland ist der Mangel an Fachkräften in der Elektro- und Automatisierungstechnik seit Jahren dokumentiert. Die Zahl der unbesetzten Stellen bewegt sich in der Elektrotechnik im Bereich mehrerer Zehntausend, und die Bundesagentur für Arbeit führt einschlägige Berufe seit Langem in ihrer Engpassanalyse. Die genaue Zahl schwankt mit der Konjunktur, die Richtung nicht.</p>

<h2>Was den Mangel treibt</h2>

<h3>Der demografische Faktor</h3> <p>Ein erheblicher Teil der erfahrenen Fachkräfte geht in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Viele derjenigen, die die heute laufenden Anlagen aufgebaut und programmiert haben, sind in den achtziger und neunziger Jahren in den Beruf gekommen. Mit ihnen geht Erfahrungswissen, das sich nicht kurzfristig ersetzen lässt.</p>

<h3>Automatisierung nimmt zu</h3> <p>Der Ausbau beschleunigt sich, getrieben durch:</p> <ul> <li>Personalmangel in Fertigung und Logistik, der Automatisierung erzwingt</li> <li>Rückverlagerung von Produktion nach Europa</li> <li>Förderprogramme für Digitalisierung in der Industrie</li> <li>Wettbewerbsdruck aus stark automatisierten Standorten</li> <li>Klimaziele, die effizientere und damit besser geregelte Prozesse verlangen</li> </ul> <p>Jede neue Anlage braucht Menschen, die sie projektieren, programmieren, in Betrieb nehmen und instand halten. Die Zahl der Anlagen wächst schneller als die Zahl der Fachkräfte.</p>

<h3>Das Anforderungsprofil wird breiter</h3> <p>Zur klassischen SPS-Programmierung kommen heute regelmäßig hinzu:</p> <ul> <li>industrielle Netzwerktechnik und IT-Sicherheit</li> <li>Leitsysteme und Datenarchivierung</li> <li>Datenauswertung und Darstellung</li> <li>Vernetzung bis in übergeordnete Systeme</li> <li>Anbindung von Robotern</li> <li>Sicherheitstechnik und funktionale Sicherheit</li> </ul> <p>Menschen zu finden, die klassische Steuerungstechnik mit diesen Themen verbinden, ist ausgesprochen schwierig.</p>

<h3>Ausbildung und Praxis liegen auseinander</h3> <p>Hochschulen vermitteln solide Grundlagen, hängen bei Werkzeugen und praktischer Anwendung aber naturgemäß hinterher. Wer Regelungstechnik verstanden hat, hat deshalb noch kein TIA-Portal-Projekt in Betrieb genommen.</p>

<h2>Was das für die Vergütung bedeutet</h2> <p>Wo Nachfrage das Angebot übersteigt, steigen die Preise. Genau das ist in der Automatisierungstechnik zu beobachten. Anhaltswerte für das Bruttojahresgehalt in Deutschland:</p> <ul> <li><strong>Berufseinstieg SPS-Programmierung:</strong> etwa 46.000 bis 52.000 Euro</li> <li><strong>drei bis fünf Jahre Erfahrung:</strong> etwa 55.000 bis 68.000 Euro</li> <li><strong>Schwerpunkt Sicherheitstechnik oder Leitsysteme:</strong> etwa 65.000 bis 80.000 Euro</li> <li><strong>freiberuflich mit gefragtem Schwerpunkt:</strong> Tagessätze im mittleren dreistelligen Bereich</li> </ul> <p>Die Spannen hängen stark von Region, Branche und Tarifbindung ab. Im süddeutschen Raum und in der Chemie liegen sie über dem Bundesschnitt.</p>

<h2>Warum das für Einsteiger günstig ist</h2> <p>Anders als in vielen Bereichen, in denen sich Bewerber um Einstiegsstellen drängen, suchen Arbeitgeber in der Automatisierungstechnik aktiv und sind bereit, in Einarbeitung zu investieren.</p> <ul> <li><strong>Schnellere Entwicklung:</strong> Wer drei bis fünf Jahre Praxis hat, übernimmt oft Aufgaben, die anderswo deutlich länger dauern</li> <li><strong>Beständigkeit:</strong> Der Bedarf ist strukturell und nicht an eine Konjunkturphase gebunden</li> <li><strong>Örtliche Freiheit:</strong> Der Mangel besteht bundesweit und in ganz Europa</li> <li><strong>Greifbare Arbeit:</strong> Man sieht am Ende des Tages, was man bewirkt hat</li> </ul>

<h2>Wie Sie sich aufstellen</h2> <ul> <li><strong>Grundlagen sauber lernen:</strong> SPS-Programmierung, Netzwerktechnik und HMI bleiben die Basis</li> <li><strong>Ergänzen:</strong> Datenauswertung, Python und ein Grundverständnis für IT-Sicherheit</li> <li><strong>Nachweise sammeln:</strong> geprüfte Weiterbildungen und Herstellernachweise belegen, was Sie können</li> <li><strong>Eigene Projekte zeigen:</strong> Praktisches wiegt im Gespräch schwerer als jedes Zertifikat</li> <li><strong>Kontakte aufbauen:</strong> Fachveranstaltungen und Netzwerke bringen mehr Stellen hervor als Portale</li> </ul> <p><a href="/courses/professional">Zu unseren Kursen</a> oder <a href="/contact">sprechen Sie uns an</a>, wenn Sie Ihren Weg in dieses Feld besprechen möchten.</p>

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