Eine speicherprogrammierbare Steuerung, kurz SPS, ist ein Industrierechner, der Fertigungsprozesse, Montagelinien, Roboterzellen und praktisch jeden Ablauf steuert, der hohe Verfügbarkeit verlangt. Im Englischen heißt sie PLC, für Programmable Logic Controller; in deutschen Stellenausschreibungen und Lastenheften steht fast immer SPS.
Anders als ein gewöhnlicher Rechner ist eine SPS für den Industrieeinsatz gebaut: für Temperaturschwankungen, Feuchte, elektrische Störungen und Vibration. Sie läuft im Dauerbetrieb, oft über Jahre ohne Neustart.
Wie eine SPS arbeitet
Der Ablauf ist einfach und wirkungsvoll: Die Steuerung liest die Eingänge von Sensoren und Schaltern ein, bearbeitet das hinterlegte Programm und schreibt anschließend die Ausgänge zu Motoren, Ventilen und Meldeleuchten. Dieser Zyklus wiederholt sich fortlaufend, oft im Millisekundenbereich.
Zu einer SPS gehören:
- Zentralbaugruppe (CPU): bearbeitet das Programm und verwaltet die Kommunikation
- Eingangsbaugruppen: nehmen Signale von Näherungsschaltern, Tastern und Messumformern auf
- Ausgangsbaugruppen: schalten Schütze, Ventile, Antriebe und Meldeleuchten
- Stromversorgung: speist Zentralbaugruppe und Peripherie
- Kommunikationsschnittstellen: verbinden die Steuerung über PROFINET, EtherNet/IP oder Modbus mit HMI, Leitsystem und anderen Steuerungen
Wo Steuerungen eingesetzt werden
In nahezu jeder Branche:
- Maschinenbau und Fertigung: Montagelinien, Werkzeugmaschinen, Verpackungsanlagen
- Chemie und Verfahrenstechnik: Prozessführung, Dosieranlagen, Sicherheitsabschaltungen
- Wasserwirtschaft: Pumpensteuerung, Dosierung, Filtration
- Lebensmittelproduktion: Chargenprozesse, Qualitätssicherung, Fördertechnik
- Pharmaproduktion: Reinraumtechnik, Tablettenpressen, Serialisierung
- Gebäudetechnik: Lüftung und Klimatisierung, Beleuchtung, Zutrittssteuerung
Warum sich SPS-Kenntnisse lohnen
- Nachfrage: In der Elektro- und Automatisierungstechnik fehlen in Deutschland Fachkräfte, und zwar seit Jahren und dokumentiert
- Vergütung: SPS-Programmiererinnen und -Programmierer verdienen in Deutschland typischerweise zwischen 46.000 und 65.000 Euro brutto im Jahr, in leitenden Positionen mehr
- Beständigkeit: Automatisierung wird ausgebaut, nicht zurückgefahren. Jede neue Anlage braucht jemanden, der sie in Betrieb nimmt
- Verschiedene Wege: von der Inbetriebnahme über die Projektierung bis zur Systemarchitektur
- Praktische Arbeit: eine Mischung aus Programmieren und Problemlösen an der realen Anlage
Wie Sie anfangen
Beginnen Sie mit der Plattform, die in Deutschland dominiert: Siemens mit dem TIA Portal. Lernen Sie zuerst den Kontaktplan, weil er am weitesten verbreitet ist, und erweitern Sie danach um strukturierten Text und die Funktionsbausteinsprache.
Bei ED WARTENS Deutschland arbeiten Sie im Kurs an echter Siemens-Hardware, ergänzt um Anlagensimulation, damit Sie den Übergang in die Praxis ohne Umweg schaffen.
