Wenn Sie aus einem Elektroberuf kommen und über den Wechsel in die Automatisierungstechnik nachdenken, ist Ihre Ausgangslage gut. Vieles, was gebraucht wird, bringen Sie bereits mit.
Was Sie schon können
- Schaltungsverständnis. Sie lesen Stromlaufpläne, und das ist die Grundlage für das Verständnis der Verdrahtung an der Steuerung.
- Sicherheit. Sie kennen die Regeln für das Arbeiten an elektrischen Anlagen, das Freischalten und die fünf Sicherheitsregeln.
- Vertrautheit mit der Hardware. Schütze, Relais, Motorstarter und Sensoren sind genau die Betriebsmittel, die eine Steuerung schaltet.
- Systematische Fehlersuche. Die Denkweise, die Sie beim Eingrenzen elektrischer Fehler entwickelt haben, ist dieselbe, die in der Programmierung gebraucht wird.
Viele in der SPS-Programmierung haben genau dort angefangen, wo Sie jetzt stehen.
Was Ihnen fehlt
SPS-Programmierung
Der Kern. Sie brauchen:
- Kontaktplan. Die verbreitetste Sprache und Ihnen von der Schützlogik her vertraut.
- Strukturierter Text. Für Berechnungen und Datenverarbeitung.
- Funktionsbausteinsprache. Für Regelungen und Signalverarbeitung.
Beginnen Sie mit dem Siemens TIA Portal. In Deutschland ist das die Plattform mit dem größten Marktanteil.
Bedienoberflächen und Leitsystem
Sie sollten verstehen, wie Bedienpersonal mit der Anlage arbeitet, und HMI-Bilder projektieren können.
Industrielle Netzwerktechnik
PROFINET, Adressierung, Netzaufbau und die Kommunikation zwischen den Geräten.
Ein realistischer Plan
Monate 1 bis 3
- Eine strukturierte Schulung zur SPS-Programmierung belegen
- Kontaktplan festigen. Ihr Wissen über Schützschaltungen macht das leichter
- Berufsbegleitend mit Simulationssoftware üben
Monate 3 bis 6
- Weiterführende Themen: Zeiten, Zähler, Datenverarbeitung, Analogwerte
- HMI-Projektierung dazunehmen
- Eine Projektmappe aufbauen
Monate 6 bis 12
- Sich auf Stellen als Junior in der Steuerungstechnik oder in der Inbetriebnahme bewerben
- Die elektrotechnische Vorbildung in den Unterlagen betonen
- Prüfen, ob Ihr jetziger Arbeitgeber eine Abteilung hat, in die ein interner Wechsel möglich ist. Das ist oft der einfachste Weg
Welche Stellen infrage kommen
Anhaltswerte für das Bruttojahresgehalt in Deutschland:
- Junior in der Steuerungstechnik: etwa 46.000 bis 54.000 Euro
- Inbetriebnahme: etwa 48.000 bis 58.000 Euro
- Steuerungstechnik in der Instandhaltung: etwa 48.000 bis 58.000 Euro
- Schaltschrankbau und Prüffeld: etwa 42.000 bis 50.000 Euro
Nach zwei bis drei Jahren in der Automatisierungstechnik liegen Sie üblicherweise bei 55.000 bis 68.000 Euro. Die Spannen hängen von Region, Branche und Tarifbindung ab.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Studium? Nein. Viele erfahrene Fachkräfte kommen über eine Ausbildung, eine Technikerqualifikation oder den Meister. Praktisches Können und geprüfte Weiterbildung zählen ebenso.
Bin ich zu alt? Nein. Berufserfahrung wird geschätzt, gerade in der Instandhaltung und in der Inbetriebnahme.
Geht das neben dem Beruf? Ja. Die üblichen Formate sind Intensivwochen oder berufsbegleitende Blöcke.
Der erste Schritt
Die Branche braucht genau Ihre Kombination: elektrotechnische Praxis plus Programmierkenntnisse. Wer beides mitbringt, ist in der Inbetriebnahme deutlich wertvoller als jemand, der nur eines davon kann.
