Eine SPS-Schulung in Deutschland kostet bei einem unabhängigen Anbieter typischerweise zwischen 2.000 € und 3.000 € für einen mehrtägigen Intensivkurs. Wie lange sie dauert, was sie enthält und ob sie gefördert werden kann, hängt stark vom Anbietertyp ab.
Dieser Leitfaden ordnet die Möglichkeiten ein.
Die vier Anbietertypen
1. Herstellerschulungen — Siemens SITRAIN, Festo Didactic
Sehr tief in der jeweiligen Produktwelt, didaktisch ausgereift, aber herstellergebunden und im oberen Preissegment. Sinnvoll, wenn Ihr Betrieb ausschließlich mit einem Fabrikat arbeitet.
2. Prüforganisationen und Kammern — TÜV, IHK-Bildungshäuser
Hohe Anerkennung durch das Zertifikat, oft berufsbegleitend. Der IHK-Abschluss ist im deutschen Arbeitsmarkt das bekannteste Signal.
3. AZAV-zertifizierte Bildungsträger — WBS, IBB und andere
Vollzeit-Umschulungen über mehrere Monate. Entscheidender Punkt: Nur diese Anbieter dürfen den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit annehmen, der die Kosten bis zu 100 % übernehmen kann. Für Arbeitsuchende ist das in der Regel der richtige Weg.
4. Unabhängige Fachanbieter
Kürzere, praxisorientierte Intensivkurse, meist herstellerübergreifend, häufig auch als Inhouse-Schulung. ED WARTENS gehört in diese Kategorie.
> Wichtig zur Förderung: ED WARTENS ist nicht AZAV-zertifiziert. Ein Bildungsgutschein kann bei uns daher nicht eingelöst werden. Unsere Teilnehmer finanzieren die Schulung überwiegend über ihren Arbeitgeber — bei Weiterbildungen im technischen Bereich ist das in Deutschland der Normalfall.
Was eine gute SPS-Schulung enthalten sollte
Unabhängig vom Anbieter sollten diese Inhalte abgedeckt sein:
- Elektrotechnische Grundlagen — ohne die bleibt Programmierung Symbolschieben
- Aufbau und Funktionsweise einer SPS, Zykluszeit, Prozessabbild
- Programmiersprachen nach DIN EN 61131-3 — mindestens KOP und FUP, besser zusätzlich ST
- Siemens TIA Portal mit S7-1200 und S7-1500
- HMI-Projektierung und Visualisierung mit WinCC
- Bussysteme — PROFINET und PROFIBUS, inklusive Diagnose
- Inbetriebnahme und Fehlersuche an realer Hardware
- Funktionale Sicherheit — Grundlagen nach DIN EN ISO 13849
Der letzte Punkt wird oft ausgelassen und dann im Betrieb schmerzlich vermisst.
Simulation oder echte Steuerung?
Beides hat seinen Platz. Simulationsumgebungen wie Factory IO erlauben es, Anlagenverhalten gefahrlos zu erproben und Fehler zu provozieren, die man an einer realen Maschine nicht auslösen möchte.
Eine Schulung, die ausschließlich simuliert, bereitet aber schlecht auf den Betrieb vor. Verdrahtung, Signalpegel, gestörte Sensoren und die Frage, ob ein Fehler in der Software oder in der Peripherie liegt, lernt man nur an echter Hardware.
Fragen Sie konkret nach, welche Steuerungen im Kurs stehen.
Dauer und Format
- Intensivkurs: 3 bis 5 Tage Präsenz, oft mit vorbereitenden Aufzeichnungen
- Berufsbegleitend: mehrere Wochen mit Abend- oder Wochenendterminen
- Vollzeit-Umschulung: mehrere Monate, meist gefördert
- Inhouse: nach Absprache, anpassbar an Schichtmodelle
Für Berufstätige mit technischem Vorwissen ist der Intensivkurs meist die effizienteste Variante. Für Quereinsteiger ohne elektrotechnische Grundlagen ist eine längere Maßnahme realistischer.
Der Arbeitsmarkt
Die Nachfrage ist strukturell:
- rund 68.000 unbesetzte Stellen in der Elektrotechnik, Mangelquote etwa 72 %
- etwa 38.000 offene Ingenieurstellen bundesweit
- 42 % der Fachkräfte sind über 50 Jahre alt
- Deutschland hat 449 Industrieroboter je 10.000 Beschäftigte — weltweit Platz drei
Regional: Bayern rund 12.400 offene Stellen, Nordrhein-Westfalen 11.200, Baden-Württemberg 9.800.
Gehalt
Orientierungswerte, brutto pro Jahr:
| Erfahrung | Spanne | |---|---| | Berufseinstieg (0–2 Jahre) | 46.000 – 52.000 € | | 3–5 Jahre | 56.000 – 66.000 € | | 5–10 Jahre | 63.000 – 78.000 € | | 10+ Jahre | ab 72.000 € |
Baden-Württemberg und Bayern liegen etwa 9–12 % über dem Bundesdurchschnitt, die ostdeutschen Länder 12–15 % darunter.
Das sind Spannen aus öffentlichen Gehaltsportalen. Kein Anbieter kann ein bestimmtes Gehalt zusagen.
Sieben Fragen vor der Buchung
- An welchen Steuerungen wird geschult — und stehen die real im Raum?
- Wie viele Teilnehmer kommen auf einen Trainer?
- Wer unterrichtet: praktizierende Inbetriebnehmer oder reine Dozenten?
- Ist der Kurs herstellerübergreifend oder auf ein Fabrikat beschränkt?
- Ist das Zertifikat für Arbeitgeber überprüfbar?
- Ist der Anbieter AZAV-zertifiziert, falls Sie eine Förderung benötigen?
- Gibt es Unterstützung nach dem Kurs bei konkreten Anlagenfragen?
Kurz gefasst
Wählen Sie den Anbietertyp nach Ihrer Situation: Arbeitsuchende zu einem AZAV-Träger mit Bildungsgutschein, Berufstätige in einen arbeitgeberfinanzierten Intensivkurs, Unternehmen zu einer Inhouse-Schulung an den eigenen Anlagen. Achten Sie auf echte Hardware, TIA Portal und einen Trainer, der Anlagen tatsächlich in Betrieb genommen hat.