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Industry2. März 20269 Min. Lesezeit

Der SPS-Markt bis 2030: welche Entwicklungen wirklich zählen

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Der SPS-Markt bis 2030: welche Entwicklungen wirklich zählen
By Vaisakh Sankar

Die Steuerungstechnik verändert sich spürbar. Wer weiß, wohin sich der Markt bewegt, kann besser entscheiden, in welche Plattformen und Kenntnisse er Zeit investiert. Die SPS wird dabei nicht verschwinden, aber ihre Rolle im Gesamtsystem verschiebt sich.

Der Markt in Zahlen

Der weltweite Markt für speicherprogrammierbare Steuerungen wird auf rund 15 Milliarden US-Dollar geschätzt und wächst voraussichtlich mit etwa 5 bis 6 Prozent jährlich bis 2030. Fünf Anbieter, Siemens, Rockwell Automation, Mitsubishi Electric, Schneider Electric und ABB, decken zusammen grob 70 Prozent ab.

In Deutschland führt Siemens deutlich, gefolgt von Rockwell Automation und Schneider Electric. Die Anteile schwanken allerdings je nach Branche erheblich.

Was sich bewegt

Edge Computing rückt in die Steuerung. Aktuelle Steuerungen bringen Rechenleistung für die Vorverarbeitung direkt an der Maschine mit. Das verkürzt Reaktionszeiten, macht Auswertungen unabhängig von der Verbindung nach außen und erlaubt es, Modelle für Qualitätsprüfung und Instandhaltung lokal auszuführen.

IT-Sicherheit wird Grundausstattung. Angriffe auf Industrieanlagen nehmen zu, und die Hersteller reagieren: gesicherter Systemstart, verschlüsselte Kommunikation, rollenbasierte Rechte und Zertifikatsverwaltung gehören zunehmend zum Lieferumfang. Getrieben wird das in Deutschland und Europa durch die NIS-2-Richtlinie und die Normenreihe IEC 62443.

Anbindung an übergeordnete Systeme. Steuerungsplattformen bringen die Verbindung zu Cloud- und Auswerteplattformen mit, ohne dass zusätzliche Gateways nötig wären. Damit werden Fernüberwachung und flottenweite Auswertung praktikabel.

Software-definierte Automatisierung. Einige Anbieter erproben, Steuerungslogik auf gewöhnlichen Industrie-PCs statt auf spezieller Hardware auszuführen. Klassische Steuerungen bleiben auf absehbare Zeit bestimmend, aber die Richtung ist erkennbar.

Folgen für die Programmierung

Die Arbeitsweise nähert sich der Softwareentwicklung an. Objektorientierte Konzepte sind im Kommen: Bausteine mit klar definierten Schnittstellen, wiederverwendbare Typen, saubere Kapselung.

Versionsverwaltung wird besser unterstützt, teilweise mit Git-gestützten Abläufen. Damit werden Änderungsverfolgung, gegenseitige Durchsicht und automatisierte Prüfungen auch in der Steuerungstechnik möglich.

Höhere Sprachen gewinnen an Bedeutung. Python wird für Test und Simulation eingesetzt, strukturierter Text löst in anspruchsvollen Teilen den Kontaktplan ab. Das öffnet das Fachgebiet für Menschen, die aus der Softwareentwicklung kommen.

Industrie 4.0 und digitale Zwillinge

Steuerungen sind das Bindeglied zwischen Anlage und digitalem Abbild. Digitale Zwillinge brauchen laufende Betriebsdaten aus der Steuerung, um virtuelle Inbetriebnahme, vorausschauende Instandhaltung und Prozessoptimierung zu ermöglichen.

Das Konzept der Verwaltungsschale aus der deutschen Industrie-4.0-Referenzarchitektur verlangt, dass Geräte ihre Eigenschaften und ihren Zustand einheitlich beschreiben. Dieser Ansatz gewinnt in der europäischen Fertigung an Boden.

Was daraus folgt

  • Softwarekenntnisse aufbauen: Versionsverwaltung, strukturierter Aufbau und Wiederverwendbarkeit werden erwartet
  • IT-Sicherheit verstehen: Grundkenntnisse der industriellen Absicherung gehören künftig zu jeder Rolle
  • Datenauswertung beherrschen: wer Auswertungen einrichten und darstellen kann, hebt sich ab
  • Auf dem Stand bleiben: die Werkzeuge entwickeln sich schnell weiter
  • Grundlagen nicht vernachlässigen: solide Programmierung, Fehlersuche und Inbetriebnahme bleiben die Basis, unabhängig von jeder Neuerung

Einordnung

Der Markt wächst weiter, getragen von Investitionen in die Fertigung, der Erneuerung von Infrastruktur und der Ausweitung der Automatisierung auf neue Bereiche. Die SPS wird nicht durch Edge-Rechner oder Cloud-Plattformen ersetzt; sie nimmt deren Fähigkeiten auf und bleibt die zuverlässige Instanz für die Steuerung in Echtzeit.

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