<h2>Warum Menschen in die Automatisierungstechnik wechseln</h2> <p>Die Gründe sind über die Jahre gleich geblieben: bessere Bezahlung, sichere Nachfrage, praktische Arbeit und der Umstand, dass die eigenen Fähigkeiten tatsächlich gebraucht werden. Die Frage ist, ob der Wechsel realistisch ist und ob sich der Aufwand rechnet.</p> <p>Hier eine Einschätzung ohne Beschönigung.</p>
<h2>Wer den Wechsel gut schafft</h2> <ul> <li><strong>Elektroniker und Elektrofachkräfte:</strong> Verdrahtung, Stromlaufpläne und elektrische Sicherheit sind bereits vertraut. Die SPS-Programmierung ist der nächste logische Schritt und hebt das Einkommen deutlich.</li> <li><strong>Fachkräfte aus der IT und Softwareentwicklung:</strong> Programmierlogik überträgt sich gut. Umzulernen ist vor allem der Umgang mit Hardware, Elektrotechnik und den industriellen Protokollen.</li> <li><strong>Mechatroniker und Instandhalter:</strong> Sie kennen Maschinen und Abläufe. Mit SPS-Kenntnissen werden sie erheblich vielseitiger einsetzbar.</li> <li><strong>Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten mit technischer Verwendung:</strong> Erfahrung mit komplexer Technik, strukturiertem Vorgehen und Arbeiten unter Zeitdruck überträgt sich unmittelbar. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr fördert entsprechende Maßnahmen; klären Sie das bitte direkt dort, da wir dazu nicht beraten.</li> <li><strong>Naturwissenschaftliche Abschlüsse:</strong> Die analytische Grundlage ist vorhanden, es fehlt die praktische Seite.</li> </ul> <p>Gemeinsam ist den erfolgreichen Wechslern kein bestimmter Werdegang, sondern die Bereitschaft, sich auf praktische Arbeit einzulassen und die erste Durststrecke durchzuhalten.</p>
<h2>Wie lange es wirklich dauert</h2> <ul> <li><strong>Monat 1 bis 2:</strong> Grundlagen, Kontaktplan, Hardwarekonfiguration. Das geht mit Selbststudium und einem Einführungskurs.</li> <li><strong>Monat 2 bis 4:</strong> weiterführende Programmierung, HMI, erste Schritte in strukturiertem Text. Hier bringt eine strukturierte Schulung den größten Unterschied.</li> <li><strong>Monat 4 bis 6:</strong> Vertiefung und eigene Projekte. Sie sollten an Aufgaben arbeiten, die Sie später vorzeigen können.</li> <li><strong>Monat 5 bis 8:</strong> Bewerbung und Gespräche.</li> </ul> <p>Das setzt voraus, dass Sie wirklich Zeit investieren, in Vollzeit oder mit 15 bis 20 Stunden je Woche neben anderen Verpflichtungen. Wie schnell die Stellensuche zum Ziel führt, hängt von Qualifikation, Region und Marktlage ab; eine Zusage kann Ihnen niemand seriös geben.</p>
<h2>Was sich beim Einkommen ändert</h2> <p>Anhaltswerte für das Bruttojahresgehalt in Deutschland:</p> <ul> <li><strong>Elektroniker in der Instandhaltung:</strong> etwa 38.000 bis 46.000 Euro, nach dem Wechsel in die <strong>SPS-Programmierung:</strong> etwa 46.000 bis 58.000 Euro</li> <li><strong>IT-Anwenderbetreuung:</strong> etwa 36.000 bis 45.000 Euro, nach dem Wechsel in die <strong>Steuerungstechnik:</strong> etwa 46.000 bis 56.000 Euro</li> <li><strong>Industriemechanik und Instandhaltung:</strong> etwa 38.000 bis 46.000 Euro, nach dem Wechsel in die <strong>Automatisierungstechnik:</strong> etwa 48.000 bis 58.000 Euro</li> </ul> <p>Nach drei bis fünf Jahren Praxis liegen erfahrene Fachkräfte regelmäßig zwischen 58.000 und 72.000 Euro. Die Spannen hängen von Region, Branche und Tarifbindung ab; im süddeutschen Raum liegen sie höher als im Bundesschnitt.</p>
<h2>Was der Wechsel kostet</h2> <p>Eine Woche Präsenzschulung bei einem unabhängigen Anbieter im Raum München kostet üblicherweise zwischen 2.000 und 3.000 Euro netto. Weiter zu bedenken:</p> <ul> <li><strong>Software:</strong> Testversionen genügen zum Üben, eine Lizenz ist für die Schulung nicht erforderlich</li> <li><strong>Entgangenes Einkommen,</strong> wenn Sie in Vollzeit lernen</li> <li><strong>Übungshardware:</strong> nicht zwingend, ein kleiner Aufbau beschleunigt das Lernen aber spürbar</li> </ul>
<h3>Und die Förderung?</h3> <p>Ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit lässt sich nur bei AZAV-zugelassenen Trägern einlösen. ED WARTENS ist nicht AZAV-zertifiziert. Unsere Teilnehmenden finanzieren die Schulung überwiegend über den Arbeitgeber oder privat. Wenn eine Förderung für Sie entscheidend ist, suchen Sie gezielt nach einem zugelassenen Träger; das sagen wir lieber deutlich, als Sie hinterher zu enttäuschen.</p>
<h2>Häufige Bedenken</h2> <h3>Bin ich zu alt?</h3> <p>Nein. Wechsel gelingen auch mit Mitte vierzig und darüber. Arbeitgeber schätzen Berufserfahrung und Zuverlässigkeit. Entscheidend ist, ob Sie eine Steuerung programmieren und einen Fehler eingrenzen können.</p>
<h3>Brauche ich ein Studium?</h3> <p>Nein. Viele Systemintegratoren und Betreiber achten stärker auf praktische Fähigkeiten. Eine geprüfte Weiterbildung mit vorzeigbaren Projekten trägt auch ohne Studienabschluss.</p>
<h3>Ist die Nachfrage wirklich so groß?</h3> <p>Ja. Der Fachkräftemangel in der Elektro- und Automatisierungstechnik ist über Jahre dokumentiert, und der altersbedingte Abgang erfahrener Kolleginnen und Kollegen verschärft ihn.</p>
<h2>Die Entscheidung</h2> <p>Ein Berufswechsel ist keine Kleinigkeit. Wenn Ihnen logisches Arbeiten liegt, Sie praktisch tätig sein möchten und Ihnen eine belastbare Nachfrage wichtig ist, gehört die Automatisierungstechnik zu den tragfähigsten Wegen.</p> <p>Achten Sie bei der Kurswahl darauf, dass Sie tatsächlich an Hardware arbeiten und nicht nur ein Zertifikat erwerben. <a href="/courses/professional">Zu unseren Kursen</a> oder <a href="/contact">sprechen Sie uns an</a>.</p>
