<h2>Das bekannte Dilemma</h2> <p>Arbeitgeber wollen Erfahrung, und Erfahrung bekommt man nur mit einer Stelle. Das Dilemma ist auflösbar. Viele haben den Einstieg ohne einschlägige Berufspraxis geschafft.</p> <p>Hier die Wege, die dabei tatsächlich helfen.</p>
<h2>Bauen Sie eine Projektmappe auf</h2> <p>Das Wirksamste, was Sie tun können. Damit wird aus „Ich habe einen Kurs besucht“ ein „Ich kann eine Steuerung programmieren, und hier ist der Beleg“.</p>
<h3>Was hineingehört</h3> <ul> <li><strong>Simulationsprojekte:</strong> Mit PLCSIM oder Factory IO vollständige Aufgaben umsetzen. Dokumentieren Sie die Anforderung, den Programmaufbau, die Logik und Ihre Tests.</li> <li><strong>Eigene Aufbauten:</strong> Mit einem kleinen Übungsaufbau lassen sich Ampelsteuerung, Förderstrecke oder Füllstandsregelung umsetzen.</li> <li><strong>Bedienbilder:</strong> Gestalten Sie ordentliche HMI-Oberflächen. Zeigen Sie, dass Sie Navigation, Meldekonzept und Darstellung verstanden haben.</li> <li><strong>Unterlagen:</strong> Ein Pflichtenheft, eine E/A-Liste und ein Prüfprotokoll belegen, dass Sie den Ablauf eines Projekts kennen und nicht nur programmieren können.</li> </ul>
<h3>Wie Sie sie zeigen</h3> <ul> <li>Eine schlichte Seite oder ein öffentliches Verzeichnis mit den Projekten</li> <li>Bildschirmfotos, kurze Videos und, wo möglich, die Projektdateien</li> <li>Verständliche Beschreibungen, was das Projekt tut und wie Sie es aufgebaut haben</li> <li>Einen Verweis darauf in Lebenslauf und Profil</li> </ul>
<h2>Ihr Profil in beruflichen Netzwerken</h2> <p>Personalvermittlung in der Automatisierungstechnik läuft in Deutschland stark über XING und LinkedIn. Ihr Profil sollte auffindbar sein:</p> <ul> <li><strong>Überschrift:</strong> die einschlägigen Begriffe nennen, etwa SPS-Programmierung, Automatisierungstechnik, TIA Portal, Steuerungstechnik</li> <li><strong>Kurzprofil:</strong> knapp, was Sie gelernt haben, was Sie können und welche Stelle Sie suchen</li> <li><strong>Kenntnisse:</strong> konkret benennen: TIA Portal, Kontaktplan, strukturierter Text, PROFINET, WinCC</li> <li><strong>Werdegang:</strong> die Weiterbildung als eigenen Eintrag führen, mit Inhalten und Projekten</li> <li><strong>Sichtbarkeit:</strong> Fachbeiträge kommentieren und eigene Projekte zeigen</li> </ul>
<h2>Bewerbungsunterlagen</h2> <p>In Deutschland gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf und Zeugnisse dazu. Der Lebenslauf muss ausgleichen, was an Berufspraxis fehlt:</p>
<h3>Aufbau</h3> <ul> <li><strong>Kurzprofil:</strong> zwei bis drei Sätze zu Qualifikation, Schwerpunkten und Ziel</li> <li><strong>Fachkenntnisse:</strong> Plattformen, Sprachen, Protokolle und Software klar aufgelistet</li> <li><strong>Weiterbildung:</strong> die Schulung mit Modulen, Projekten und Nachweis</li> <li><strong>Projekte:</strong> so ausführlich beschrieben, wie Sie es bei Berufserfahrung täten</li> <li><strong>Bisherige Tätigkeit:</strong> mit Betonung dessen, was übertragbar ist</li> </ul>
<h3>Worauf es ankommt</h3> <ul> <li>Die Begriffe verwenden, die in der Stellenausschreibung stehen</li> <li>Wo möglich beziffern: Anzahl der E/A, Umfang des Programms, Dauer</li> <li>Praktische Arbeit betonen, nicht theoretisches Wissen</li> <li>Für jede Bewerbung anpassen</li> </ul>
<h2>Die richtigen Stellentitel ansteuern</h2> <p>Nicht jede Stelle verlangt Jahre an Erfahrung. Suchen Sie gezielt nach:</p> <ul> <li><strong>Junior SPS-Programmierer</strong></li> <li><strong>Nachwuchsingenieur Automatisierungstechnik</strong></li> <li><strong>Automatisierungstechniker</strong></li> <li><strong>Inbetriebnehmer</strong></li> <li><strong>Servicetechniker Automatisierung</strong></li> <li><strong>Elektroniker für Automatisierungstechnik</strong></li> </ul> <p>Sehen Sie sich besonders Systemintegratoren und Maschinenbauer an. Sie stellen häufiger Berufseinsteiger ein und bilden weiter aus als große Betreiber.</p>
<h2>Vorbereitung auf das Gespräch</h2>
<h3>Fachliche Fragen, die kommen</h3> <ul> <li>Wie läuft der Zyklus einer SPS ab?</li> <li>Worin unterscheiden sich Funktionsbaustein und Funktion?</li> <li>Wie funktioniert die Kommunikation über PROFINET?</li> <li>Beschreiben Sie ein Projekt und die Schwierigkeiten dabei</li> <li>Wie gehen Sie vor, wenn eine Steuerung ihre Peripherie nicht erreicht?</li> <li>Was ist der Unterschied zwischen Schließer und Öffner im Kontaktplan?</li> </ul>
<h3>Praktische Aufgaben</h3> <ul> <li>Manche Betriebe lassen im Gespräch ein kleines Programm schreiben</li> <li>Üben Sie, einfache Logik von Hand zu skizzieren</li> <li>Erklären Sie Ihren Gedankengang, während Sie arbeiten</li> <li>Der Weg zur Lösung zählt mehr als die fertige Lösung</li> </ul>
<h2>Weitere Wege</h2> <ul> <li><strong>Praktikum:</strong> Manche Systemintegratoren bieten befristete Einsätze an, aus denen sich eine Festanstellung ergeben kann</li> <li><strong>Fachmessen:</strong> Die SPS in Nürnberg und die Hannover Messe sind gute Gelegenheiten für Gespräche</li> <li><strong>Fachforen:</strong> Der Austausch dort hilft fachlich und bringt Kontakte</li> <li><strong>Personaldienstleister:</strong> Manche vermitteln gezielt Berufseinsteiger in befristete Einsätze, die häufig übernommen werden</li> </ul> <p>Der Einstieg verlangt Ausdauer, aber die Nachfrage ist real. <a href="/courses/professional">Zu unseren Kursen</a> mit begleitender Unterstützung bei der Bewerbung, oder <a href="/contact">sprechen Sie uns an</a>. Eine Vermittlung sagen wir dabei nicht zu.</p>
