Die Unterlagen entscheiden darüber, ob Sie zum Gespräch eingeladen werden. In Deutschland gehören dazu Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf und die einschlägigen Zeugnisse.
Der Aufbau des Lebenslaufs
Personalabteilungen sehen sich einen Lebenslauf zunächst nur wenige Sekunden an. Diese Sekunden müssen tragen.
- Kopf mit Kontaktdaten und Berufsbezeichnung. Name, Wohnort, Telefon, E-Mail. Darunter eine klare Bezeichnung wie „SPS-Programmierer“ oder „Automatisierungstechnikerin“.
- Kurzprofil. Drei bis vier Sätze zu Erfahrungsstand, Schwerpunkten und dem, was Sie einbringen. Für jede Bewerbung anpassen.
- Fachkenntnisse. Eine übersichtliche Liste: Plattformen, Programmiersprachen, Protokolle, Software.
- Beruflicher Werdegang. Rückwärts chronologisch. Je Station Bezeichnung, Arbeitgeber, Zeitraum und vier bis sechs Punkte, die Ergebnisse benennen, nicht nur Aufgaben.
- Ausbildung und Weiterbildung. Abschlüsse, Lehrgänge und Herstellernachweise.
- Mitgliedschaften. VDE oder VDI, sofern vorhanden.
Zum Lichtbild: In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto weiterhin verbreitet, rechtlich aber nicht gefordert. Nach dem AGG darf seine Vorlage nicht verlangt werden. Entscheiden Sie selbst; ein Nachteil entsteht Ihnen durch den Verzicht in der Regel nicht.
Für jede Stelle anpassen
Allgemein gehaltene Unterlagen bringen allgemeine Ergebnisse. Lesen Sie die Ausschreibung genau und verwenden Sie deren Begriffe. Steht dort „TIA Portal“, dann muss genau das in Ihren Unterlagen stehen. Viele Betriebe filtern vorab nach Stichworten.
Ergebnisse statt Aufgaben
- Schwach: „Programmierung von Steuerungen für eine Verpackungslinie“
- Stark: „SPS-Programmierung einer Verpackungslinie mit 200 Takten je Minute an einer S7-1500, Rüstzeit um rund ein Drittel verkürzt“
Zahlen und benannte Ergebnisse machen Erfahrung überprüfbar.
Was fachlich hineingehört
- Plattformen: Siemens S7-300/400/1200/1500 und TIA Portal, Allen-Bradley, Mitsubishi, Schneider, Omron
- Sprachen: Kontaktplan, strukturierter Text, Funktionsbausteinsprache, Ablaufsprache, Anweisungsliste
- Leitsystem und HMI: WinCC, FactoryTalk View, Ignition
- Protokolle: PROFINET, EtherNet/IP, Modbus, PROFIBUS, OPC UA
- Weiteres: Antriebstechnik, Sicherheitstechnik, Schaltschrankbau, Inbetriebnahme
Fehler, die regelmäßig vorkommen
- Zu lang. Zwei Seiten reichen in aller Regel. Drei nur bei sehr langer und breiter Erfahrung.
- Fehlende Begriffe. Wonach gesucht wird und was nicht dasteht, findet niemand.
- Unruhige Gestaltung. Einheitliche Schrift, klare Überschriften, ausreichend Weißraum. Grafiklastige Vorlagen bereiten in automatisierten Vorauswahlsystemen Probleme.
- Aufgaben statt Ergebnisse. Was Sie erreicht haben, zählt.
- Lücken ohne Erklärung. Zeitliche Lücken sollten im Lebenslauf benannt werden, sachlich und ohne Ausschmückung.
Weiterbildung aufführen
Führen Sie einschlägige Lehrgänge auf, besonders geprüfte. Das zeigt, dass Sie an sich arbeiten und dass die Inhalte von unabhängiger Seite bewertet wurden.
Vor dem Absenden
Sorgfältig Korrektur lesen, als PDF speichern, damit die Gestaltung erhalten bleibt, und die Datei sinnvoll benennen. Lassen Sie die Unterlagen von jemandem gegenlesen, der die Branche kennt.
Gute Unterlagen öffnen die Tür. Was danach zählt, ist, was Sie an der Anlage können.
